Aktuell April 2010



Bei Martin Walsers Novelle „Mein Jenseits“ können wir das Zitat nachlesen: „Wer es verstehen will, der versteht es. Wer aber nicht, der lasse es ungelästert und ungetadelt. Dem habe ich nichts geschrieben.“

Wir fragen im ersten Beitrag der folgenden Seiten: „Ist die Buchführung eine lästige Pflicht und der Weg zum Steuerberater eine Qual?“ Die Frage beantworten wir mit nein und stellen den Nutzen der digitalen und Online-Buchführung dar. Der Weg der digitalen Buchführung muss nicht zwingend gegangen werden, er ist möglich, zeitgemäß, spart Zeit, er ist nicht teurer als jetzt, im Gegenteil. Wer es nicht versteht, aber Interesse hat, der kann nachfragen bzw. sich über die beigefügten Links weiter informieren.

Dass die digitale Buchführung nicht ausgereift ist, ist nach unserer Auffassung unzutreffend. Es wird immer so sein, dass man sich Neues erarbeiten muss, das bedeutet u. a., dass mit großer Wahrscheinlichkeit kaum jemand in der Lage sein wird, sofort die vielfältigen Möglichkeiten der digitalen Buchführung zu nutzen. Man muss sich auch von mancher Gewohnheit trennen. Also nicht die Möglichkeiten verdammen, wer es nicht will, sollte sich nicht regen.

Wer verstehen will, der versteht es, gilt auch in der Politik. Wer verstehen will, dass befristete Arbeitsverträge nicht unbedingt in der Ausbeutung von Arbeitnehmern liegen, sondern die Gründe unter anderem darin bestehen, dass Unternehmen kaum noch Aufträge haben, die über mehrere Jahre laufen. Kurzfristige Aufträge führen dazu, dass befristete Arbeitsverträge geschlossen werden, die bei entsprechender Auftragslage in unbefristete Arbeitsverträge münden können. Trotzdem sind die Zeiten vorüber, in denen der Auszubildende nach Abschluss der Lehre bis zum Erreichen des Rentenalters im gleichen Unternehmen arbeiten wird. Kredite - ganz gleich welcher Art - auf ein unbefristetes Arbeitsverhältnis auf Lebenszeit in einem Unternehmen aufzubauen, ist illusorisch. Die Insolvenzen der vergangenen Jahre machen deutlich, dass das sehr fragwürdig ist. Wer das nicht begreifen will, der wettert gegen befristete Arbeitsverträge, verändert aber die Situation nicht. Selbst wenn ein Unternehmen nicht in die Insolvenz geht, ist kein Unternehmen gegen Krisen gewappnet, in deren Folge es zumindest zu Lohn- oder Gehaltsveränderungen kommen kann, wenn nicht gar zur Kündigung des zeitlich unbegrenzten Arbeitsvertrages. Mancher steht dann schnell als Schuldner da.

Wie wird es aussehen, wenn überall ein Mindestlohn von 8,50 oder gar 10 Euro gezahlt werden soll. Waschen und Haarschneiden kostet dann nicht mehr 13,50 Euro, sondern 18,50 Euro. Wer geht bei den Preisen noch zum Frisör, vom unversteuerten Trinkgeld ist gar nicht erst zu reden.

Die einen wollen Steuererhöhungen, zumindest bei jenen, die als Besserverdiener gelten, um die Umverteilungsmasse zu erhöhen, die anderen die Steuersenkungen, um die Konjunktur anzukurbeln. Dass das ein Spagat ist, nicht nur weil Wählerstimmen zu gewinnen sind, sondern auch im Sinne des Gemeinwohls ist abzuwägen, welche Seite Priorität haben muss. Uns scheint es besser, Abgaben und Steuern zu senken, Wasser-, Gas- und Strompreise erschwinglicher zu machen, da hat jeder etwas davon, insbesondere wird die Kaufkraft gestärkt. 

Für Sie haben wir folgende Informationen:

  • Buchführung – eine lästige Pflicht? Der Weg zum Steuerberater eine Qual?
  • Bitte beachten Sie die folgenden Termine, zu denen die Steuern und Sozialversicherungsbeiträge fällig werden
  • Mehr Rechtssicherheit bei Darlehensverträgen
  • Arbeitszimmer: Mittelpunkt der beruflichen Betätigung eines Außendienstmitarbeiters
  • Abrechnung des Frühstücks bei Hotelübernachtung

Buchführung – eine lästige Pflicht? Der Weg zum Steuerberater eine Qual?

Verbringen Sie nicht derzeit zuviel Zeit mit dem Sortieren, möglicherweise Kopieren und Erfassen Ihrer Belege im Kassenbuch, Rechnungseingangs- und -ausgangsbuch, in Excel-Tabellen, nach offenen Posten u. ä.?

Sie bringen die Unterlagen in die Steuerkanzlei, dort werden die Belege noch einmal erfasst.

Das geht auch anders, einfacher und schneller, per Fax an eine speziell für Sie eingerichtete Faxnummer oder mit der von uns zur Verfügung gestellten Software zur sicheren Übermittlung von gescannten Belegen an uns. Wir können sie bearbeiten, die Originale bleiben bei Ihnen. Elektronische Rechnungen können, ohne Ausdruck, abgelegt und die elektronische Signatur geprüft werden, was für den Vorsteuerabzug vorgeschrieben ist.

Kassenbücher und, falls Sie buchführungspflichtig sind, auch das Rechnungsein- und -ausgangsbuch können über die installierte Software erstellt werden. Dabei unterstützt Sie die Software mittels OCR-Erkennung, die u. a. den Lieferanten, das  Rechnungsdatum, -nummer und –betrag erkennt und vorbelegt. Wenn Sie Online-Banking nutzen, besteht die Möglichkeit, direkt nach der Erfassung der Belege im Rechnungsein- oder –ausgangsbuch Überweisungen bzw. Lastschriften zur Weiterverarbeitung im Online-Banking zu erzeugen. So vermeiden Sie Doppelerfassungen in unterschiedlichen Programmen.

Darüber hinaus können wir nach Ihrer Zustimmung die Kontoauszüge von Ihrer Bank direkt bekommen. Sie brauchen also keine Belege mehr zum Steuerberater bringen.

Nach Abstimmung mit Ihnen erfolgt die Buchführung fachgerecht und aktuell, z. B. wöchentlich, auch täglich. Ihnen können so aktuelle Auswertungen zur Verfügung gestellt werden. Eine kompakte Übersicht über die Höhe und Fälligkeiten Ihrer offenen Kunden– und Lieferantenrechnungen verschafft Ihnen jederzeit den Überblick über Ihren Offenen-Posten-Bestand. Auf Grund der noch zu erwartenden Zahlungseingänge und der demnächst fälligen Lieferantenrechnungen können sie Ihre eigene Liquidität besser steuern.

Wir stellen Ihnen auf der Grundlage Ihrer digital übermittelten Belege ein digitales, gesichertes Belegarchiv zur Verfügung. Die im Programm integrierte Suchfunktion ermöglicht Ihnen ein schnelles Finden der Belege zu jeder Zeit und von jedem Ort an dem Sie Internetzugang haben.

Sie können mit der von uns zur Verfügung gestellten Software Rechnungen erstellen mit Ihrem Logo, digital aufbereiten, signieren und per Mail versenden.

Auch für die Lohnbuchführung haben Sie die Möglichkeit, Ihre zu übermittelnden Daten online zu erfassen, wie zum Beispiel Stunden (auch nach Kalendarium), Prämien u. a. Auf Wusch stellen wir Ihnen die Auswertungen online bereit. Lohnunterlagen müssen so nicht mehr abgelegt werden, auch hier gibt es ein Archiv für Sie.

Wenn sie mehr Informationen wollen, zum Beispiel über die Voraussetzungen, die nötig sind, dieses Angebot anzunehmen, rufen Sie uns an:
Telefon: 03301 5885-0, Fax: 03301 5885-55,
Funk: 0172/6442714, e-mail: steuerberaterin@wardezki.de
    
oder informieren sich über die folgende Demo:
http://www.datev.de/portal/ShowPage.do?pid=dpi&nid=63389

Termine Mai 2010
Bitte beachten Sie die folgenden Termine, zu denen die Steuern und Sozialversicherungsbeiträge fällig werden:


Steuerart

Fälligkeit

Ende der Schonfrist bei Zahlung durch

 

 

Überweisung1

Scheck2

Lohnsteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag3

10.5.2010

14.5.2010

6.5.2010

Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag

Ab dem 1.1.2005 ist die Kapitalertragsteuer sowie der darauf entfallende Solidaritätszuschlag zeitgleich mit einer erfolgten Gewinnausschüttung an den Anteilseigner an das zuständige Finanzamt abzuführen.

Umsatzsteuer4

10.5.2010

14.5.2010

6.5.2010

Gewerbesteuer

17.5.2010

20.5.2010

12.5.2010

Grundsteuer

17.5.2010

20.5.2010

12.5.2010

Sozialversicherung6

27.5.2010

entfällt

entfällt

1    Umsatzsteuervoranmeldungen und Lohnsteueranmeldungen müssen grundsätzlich bis zum 10. des dem Anmeldungszeitraum folgenden Monats (auf elektronischem Weg) abgegeben werden. Fällt der 10. auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, ist der nächste Werktag der Stichtag. Bei einer Säumnis der Zahlung bis zu drei Tagen werden keine Säumniszuschläge erhoben. Eine Überweisung muss so frühzeitig erfolgen, dass die Wertstellung auf dem Konto des Finanzamts am Tag der Fälligkeit erfolgt.
2    Bei Zahlung durch Scheck ist zu beachten, dass die Zahlung erst drei Tage nach Eingang des Schecks beim Finanzamt als erfolgt gilt. Es sollte stattdessen eine Einzugsermächtigung erteilt werden.
3    Für den abgelaufenen Monat.
4    Für den abgelaufenen Monat; bei Dauerfristverlängerung für den vorletzten Monat; bei Vierteljahreszahlern mit Dauerfristverlängerung für das vorangegangene Kalendervierteljahr.
5    Die Fälligkeitsregelungen der Sozialversicherungsbeiträge sind einheitlich auf den drittletzten Bankarbeitstag des laufenden Monats vorgezogen worden. Um Säumniszuschläge zu vermeiden, empfiehlt sich das Lastschriftverfahren. Bei allen Krankenkassen gilt ein einheitlicher Abgabetermin für die Beitragsnachweise. Diese müssen dann bis spätestens zwei Arbeitstage vor Fälligkeit (d. h. am 25.5.2010) an die jeweilige Einzugsstelle übermittelt werden. Wird die Lohnbuchführung durch extern Beauftragte erledigt, sollten die Lohn- und Gehaltsdaten etwa 10 Tage vor dem Fälligkeitstermin an den Beauftragten übermittelt werden. Dies gilt insbesondere, wenn die Fälligkeit auf einen Montag oder auf einen Tag nach Feiertagen fällt.

Mehr Rechtssicherheit bei Darlehensverträgen

Zu mehr Rechtssicherheit in Darlehensverträgen hat die Bundesjustizministerin einen Gesetzentwurf zur Einführung einer Musterwiderrufsbelehrung für Verbraucherdarlehensverträge vorgelegt.
Mit dem gesetzlichen Muster soll eine verlässliche Grundlage dafür geschaffen werden, wie Verbraucher über ihre Widerrufsrechte beim Abschluss von Darlehensverträgern zu informieren sind. Damit stärken wir den Verbraucherschutz und sorgen für mehr Rechtssicherheit bei Verbraucherdarlehensverträgen. Jeder Darlehensgeber weiß künftig: Mit Verwendung dieses Musters kommt er seinen gesetzlichen Informationspflichten gegenüber dem Verbraucher nach. Davon profitieren die Verbraucherinnen und Verbraucher, weil ihnen die Rechtslage eindeutig vor Augen geführt wird. Das Muster gibt klar Auskunft darüber, wie lange die Frist für einen Widerruf dauert, wann sie beginnt und welche Folge sie hat. Es ist mit den Experten der Gesellschaft für deutsche Sprache abgestimmt und so verständlich wie möglich formuliert.
Zum Hintergrund:
Mit dem Gesetzentwurf erfüllt die Bundesregierung einen Auftrag des Parlaments aus dem Sommer 2009, ein gesetzliches Muster für die Information über das Widerrufsrecht bei Darlehensverträgen einzuführen. Anlass war, dass bei einer mangelhaften Belehrung der Verbraucher über ihre Rechte Verträge auch noch nach sehr langer Zeit widerrufen werden konnten. Mit Verwendung des gesetzlichen Musters, die freiwillig erfolgt, kann der Darlehensgeber davon ausgehen, dass er alle gesetzlichen Belehrungspflichten eingehalten hat. Das Muster wird als Anhang dem Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch (EGBGB) angefügt und erhält dadurch den Rang eines formellen Gesetzes.
Der Gesetzentwurf enthält daneben einige Anpassungen und Klarstellungen zum Verbraucherdarlehensrecht. Künftig soll es den Darlehensgebern ermöglicht werden, Angaben, die sie zwingend in den Vertrag hätten aufnehmen müssen, auch noch nach Vertragsschluss nachzuholen. Andernfalls würden selbst kleinste Versäumnisse dazu führen, dass der Vertrag auf Dauer widerrufen werden kann. Die Belange der Verbraucher werden angemessen gewahrt, denn sie müssen darauf hingewiesen werden, dass erst mit der Information die Widerrufsfrist zu laufen beginnt. Sie wird in diesen Fällen auch statt der üblichen 14 Tage auf einen Monat verlängert.

Arbeitszimmer: Mittelpunkt der beruflichen Betätigung eines Außendienstmitarbeiters 

Sachverhalt: Streitig ist, ob das Arbeitszimmer des Klägers den Mittelpunkt seiner gesamten beruflichen Tätigkeit darstellt. Der Kläger erzielt als Außendienstmitarbeiter im Prüfdienst der deutschen Rentenversicherung (DRV Bund) Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit. Bis einschließlich 2004 war der Kläger im allgemeinen Prüfdienst als Standardprüfer tätig, seit 2005 (Streitjahr) ist er ausschließlich mit Sonderprüfungen (Insolvenzprüfungen) beschäftigt.

Hintergrund: Das häusliche Arbeitszimmer eines Steuerpflichtigen, der seine berufliche Tätigkeit teilweise in seinem Arbeitszimmer und teilweise außer Haus ausübt, ist „Mittelpunkt? seiner gesamten Betätigung, wenn der Steuerpflichtige im Arbeitszimmer diejenigen Handlungen vornimmt und Leistungen erbringt, die für den konkret ausgeübten Beruf wesentlich und prägend sind. Der „Mittelpunkt? bestimmt sich nach dem inhaltlichen (qualitativen) Schwerpunkt der beruflichen Betätigung (st. Rspr., z.B. BFH, Urteil v. 21.2.2003 - VI R 84/02). Insgesamt ist entscheidungserheblich auf die den Beruf prägenden Tätigkeiten abzustellen: Nur wenn diese sämtlich im Arbeitszimmer ausgeübt werden, kann dort der Mittelpunkt liegen.

Hierzu führte das Gericht weiter aus: Zwar bestimmt sich der qualitative Schwerpunkt eines Außenprüfers regelmäßig durch die Prüfung im Betrieb, d.h. vor Ort, dies muss jedoch nicht zwingend so sein (vgl. BFH, Urteil v. 22.7.2003 - VI R 97/01). Im Streitfall zeichnet sich die Prüfungstätigkeit des Klägers dadurch aus, dass er die prägenden Tätigkeiten, nämlich die Abarbeitung der ihm zugewiesenen Prüfaufträge, sowohl vor Ort durchführen – und dies in bestimmten Fällen auch tatsächlich tut – als auch im Heimbüro vornehmen kann. Insofern hat der Kläger überzeugend dargelegt, dass sich seine Tätigkeit durch die schwerpunktmäßige Ermittlung der den Krankenkassen zustehenden rückständigen Beiträge i.S.v. § 208 SGB III von der Tätigkeit eines Standardprüfers aufgrund der tatsächlichen Gegebenheiten gravierend unterscheidet. In diesem Fall, nämlich bei qualitativ gleicher Arbeitsleistung im häuslichen Arbeitszimmer und im Betrieb, ist – ausnahmsweise – auf den Umfang der zeitlichen Nutzung des Arbeitszimmers abzustellen (BFH, Urteil v. 23.5.2006 - VI R 21/03). Im Streitfall erfolgte die Prüfung vor Ort nur ausnahmsweise, der zeitliche Schwerpunkt lag vielmehr in den von zu Hause aus vorgenommenen Prüfungen. Dies konnte der Kläger durch die nachvollziehbare Darstellung seiner Arbeit und der von ihm hauptsächlich geprüften Kleinstbetriebe erläutern.

Anmerkung: Die Entscheidung ist rechtskräftig.

Quelle: NWB-Datenbank

Abrechnung des Frühstücks bei Hotelübernachtung

Die Reduzierung des Umsatzsteuersatzes im Beherbergungsgewerbe führt dazu, dass nun das Frühstück von den Hotels oft anders abgerechnet wird, zum Beispiel als Teil einer Servicepauschale. Das Bundesfinanzministerium hat daher im Vorgriff auf eine Änderung der Lohnsteuerrichtlinien eine Verwaltungsanweisung erlassen, die eine arbeitnehmerfreundliche Reisekostenabrechnung und Kostenerstattung ermöglicht, ohne dass darunter der Vorsteuerabzug des Unternehmens leiden würde. Entscheidend ist für das Ministerium die Frage, ob das Frühstück durch den Arbeitgeber gestellt wird. Das ist der Fall, wenn

  • die im Interesse des Arbeitgebers unternommene Auswärtstätigkeit zu der Übernachtung mit Frühstück führt und die Aufwendungen deswegen vom Arbeitgeber dienst- oder arbeitsrechtlich ersetzt werden,
  • die Rechnung auf den Arbeitgeber ausgestellt ist und
  • der Arbeitgeber oder eine andere durch den Arbeitgeber beauftragte Person die Übernachtung mit Frühstück bucht und eine entsprechende Buchungsbestätigung des Hotels vorliegt.

Die Buchung durch den Arbeitnehmer wird anerkannt, wenn dienst- oder arbeitsrechtliche Regelungen dies vorsehen, beispielsweise weil der Arbeitgeber keine Reisestelle hat. Davon geht die Finanzverwaltung insbesondere in folgenden zwei Fällen aus:

  • Der Arbeitgeber hat die Buchung durch den Arbeitnehmer geregelt, zum Beispiel in einer Dienstanweisung oder Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag, und die Buchung wird vom Arbeitnehmer im Rahmen der vom Arbeitgeber festgelegten oder akzeptierten Übernachtungsmöglichkeiten (Hotellisten, vorgegebene Hotelkategorien, Preisrahmen etc.) vorgenommen.
  • Eine planmäßige Buchung der Übernachtung mit Frühstück war ausnahmsweise nicht möglich (spontaner Einsatz, unvorhersehbar länger als geplant dauernder Arbeitseinsatz, gelistetes Hotel belegt etc.) und der Arbeitgeber erstattet daher die Kosten.

Sind diese Voraussetzungen also erfüllt, gilt das Frühstück als durch den Arbeitgeber gestellt. In diesem Fall kann das Frühstück mit dem amtlichen Sachbezugswert von derzeit 1,57 Euro als steuer- und sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn angesetzt werden. Es kommt dabei nicht darauf an, wie die einzelnen Kosten in der Rechnung ausgewiesen sind (Höhe des Frühstückspreises oder Sammelposten für Nebenleistungen neben der Beherbergungsleistung). Außerdem kann der Arbeitgeber im Gegenzug den vollen Pauschbetrag für Verpflegungsmehraufwendungen erstatten. In der Regel ist dies die für den Arbeitnehmer deutlich günstigere Variante. Kommt diese Regelung dagegen nicht in Frage, weil die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt sind, und der Preis des Frühstücks geht auch nicht eindeutig aus der Rechnung hervor, weil er in einem Sammelposten für eine Servicepauschale enthalten ist, gilt die Vereinfachungsregelung in den Lohnsteuerrichtlinien. Danach sind von diesem Sammelposten für das Frühstück 20 % des Pauschbetrags für Verpflegungsmehraufwendungen anzusetzen. In Deutschland beträgt der Pauschbetrag für einen vollen Tag derzeit 24 Euro, der Abzug für ein Frühstück macht also 4,80 Euro aus.
Der verbleibende Teil dieses Sammelpostens gilt als Reisenebenkosten, wenn kein Anlass für die Vermutung besteht, dass darin nicht als Reisenebenkosten anzuerkennende Nebenleistungen enthalten sind (Pay-TV, private Telefonate etc.). Unschädlich ist insbesondere, wenn dieser Sammelposten auch mit Internetzugang oder Zugang zu Kommunikationsnetzen ausgewiesen wird und der ausgewiesene Betrag nicht so hoch ist, dass er offenbar den Betrag für Frühstück und steuerlich anzuerkennende Reisenebenkosten übersteigt. Anderenfalls ist dieser Sammelposten steuerlich in voller Höhe als privat veranlasst zu behandeln.
All diese Regelungen gelten für Übernachtungen mit Frühstück ab dem 1. Januar 2010. Das Bundesfinanzministerium hat dabei noch eine großzügige Übergangsregelung geschaffen: Es wird nicht beanstandet, wenn die oben genannten Voraussetzungen bis zu drei Monaten nach Veröffentlichung der Verwaltungsanweisung, also bis zum 5. Juni 2010, nicht vollständig erfüllt sind (Zeitraum für die Anpassung insbesondere der dienst- und arbeitsrechtlichen Voraussetzungen).



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